Chefinfo Magazin 9-23

MANAGEMENT MANAGEMENT 92 | CHEFINFO | 9/2023 FOTOS: SOMPONG_TOM / ISTOCK / GETTY IMAGES PLUS, ROBERT MAYBACH FOTOS: HEIDLMAIR KOMMUNIKATION Strativität Kreategie wir verbinden beides Beratung wird wichtiger Eher gelassen sieht das auch der Linzer Agenturchef Gerhard Heidlmair. Er ist mit Heidlmair Kommunikation seit dem Jahr 1999 im Geschäft. „Ich habe keine Angst wegen des Einsatzes von KI bei Agenturen, im Gegenteil: Wir erhalten dank der KI wieder mehr Zeit für individuelle Beratung und vor allem für die Konzeption. Den Human-Faktor kann KI ja nicht ersetzen“, sagt Heidlmair. Auf der anderen Seite bleibt das Aufkommen einer revolutionären Technologie auf dem Feld der Text- und Bildbearbeitung nie ohne Konsequenzen. Als vor mehr als 30 Jahren von Apple und Adobe das Desktop-Publishing entwickelt wurde, sind der Druckvorstufentechniker oder der Lithograf als Berufsbild weggebrochen – und auch nicht mehr gekommen. Kampagne mit KI-Bildern „Für eine aktuelle Kampagne arbeiten wir mit KI-generierten Bildern, die sich in dieser Form mit herkömmlicher Fotografie nicht umsetzen ließe, und wenn, dann nur mit einem Riesenaufwand.“ Heidlmair sieht nicht nur die KI als Sparringspartner, sondern auch die Kreativagentur gegenüber dem Kunden. „Das ist schon unser Anspruch nach 30 Jahren Agenturtätigkeit, dass wir nicht einfach Aufträge kommentarlos nach Vorschrift abarbeiten, sondern den Kunden auch fordern und ihm Möglichkeiten aufzeigen, die er vielleicht gar nicht am Radar hat.“ Seit 2008 berät Heidlmair Unternehmen im Bereich Employer Branding. „Wir waren damals sicher Pioniere auf dem Sektor. Das ist allerdings eine ganz eigene Disziplin, die man mit der herkömmlichen Agenturarbeit nicht vermischen darf. Ein Mitarbeiter will nicht beworben werden oder mit Marketing-Sprech zugemüllt werden, sondern er will verstehen, was ein Unternehmen macht und warum. Inzwischen hat sich auf diesem Feld viel getan. Zum Glück.“ n kleine Studios, One-Man- und OneWoman-Shows. Heute zähle bei Projekten mehr der kollaborative Charakter als das Dahinarbeiten innerhalb der eigenen Mauern. „KI verstärkt den Wandel noch zusätzlich, weil Prozesse auf verschiedenen Ebenen ganz neu gestaltet werden“, sagt Binder. Der menschliche USP gegenüber der Maschine ist „dieses Reinhören in Unternehmen“, das Verstehen, was macht das Unternehmen aus, was ist seine DNA, seine Wertekultur und Positionierung? „Dafür muss man mit Menschen reden und nicht mit einer KI.“ KI unterstützt die Agentur „KI ist seit Jahren in unserem digitalen Ökosystem. Etwa im Bereich von Programmatic Advertising – also der Schaltung und Ausspielung von Onlinewerbung für eine definierte Zielgruppe in Tausenden von möglichen digitalen Kanälen in Echtzeit“, sagt Daniel Frixeder von der Agentur upart. KI und vor allem auch generative KI werden zunehmend eingesetzt, um Prozesse zu unterstützen. Bei der Recherche, als Inspiration bei der Texterstellung oder auch beim Generieren von Bildern. All das brauche aber eine Person, die vorab eine Intention hat, eine Aufgabe definiert, einen Prompter schreibt und dann die Ergebnisse bewerten oder verfeinern kann. „KI-Sprachmodelle beispielsweise geben uns immer plausible Antworten. Ob das zu einer langfristigen Strategie im Marketing passt, ob es überhaupt richtig ist, ob es außergewöhnlich ist, ob es Menschen berührt, müssen wir beantworten. Deshalb sind diese Tools oft ein tolles Sprungbrett, aber sie ersetzen niemanden“, ergänzt Co-Geschäftsführer Jörg Neuhauser. Know-how im Team wird in der „upart academy“ aufgebaut, wo regelmäßig externe Expertinnen und Experten eingeladen sind. „Wir dürfen nicht vergessen, dass auch für unsere Kunden das Umfeld immer komplexer wird. Deshalb steigt auch der Wunsch nach Agenturen, die Beratung und Kreation vereinen“, sagt Neuhauser. Kreativität sei nach wie vor unverzichtbar für erfolgreiches Marketing und Werbung. Sie ist gemeinsam mit der richtigen Strategie die Grundlage für wirksame Marketingkampagnen, die die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf sich ziehen, die Bedeutung für die Menschen haben. Daniel Frixeder Geschäftsführer upart, Linz KI ist seit Jahren in unserem digitalen Ökosystem. Etwa im Bereich von Programmatic Advertising. Jörg Neuhauser Geschäftsführer upart, Linz Diese Tools sind oft ein tolles Sprungbrett, aber sie ersetzen niemanden. Wo es Berührungspunkte zwischen Menschen und neuen Technologien gibt, hat das Folgen für die Abläufe und Organisationen. Daniel Frixeder und Jörg Neuhauser setzen auf KI im Agenturalltag und schulen Teams in der „upart academy“, um am Ball zu bleiben. Gerhard Heidlmair Heidlmair Kommunkation, Linz Wir erhalten dank der KI wieder mehr Zeit für individuelle Beratung und vor allem für die Konzeption.

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