XXXXXX 9/2023 | CHEFINFO | 47 46 | CHEFINFO | 9/2023 WIRTSCHAFT FOTOS: OBI GROUP HOLDING CHEFINFO: Herr Sgundek, wie herausfordernd war es, ausgerechnet inmitten einer Baukrise und explodierender Preise zum Landesgeschäftsführer einer Baumarktkette aufzusteigen? Mike Sgundek: OBI ist seit seinem Start hier in Österreich 1995 und spätestens seit der Übernahme der Baumax- Märkte 2015 eine feste Größe in der hiesigen Baumarkt- und DIY-Landschaft. 2017 war sicherlich nicht das allereinfachste Jahr in dieser langen Zeit, aber mein Wechsel in die Rolle des Landesgeschäftsführers kam für mich weder völlig überraschend noch wäre ich unvorbereitet gewesen. Zuvor hatte ich den Markt bereits intensiv als Sales Director kennenlernen dürfen und die operative Steuerung lag auch schon in dieser Verantwortung bei mir. Außerdem konnten wir uns alle zusammen auf unsere Erfahrung und Expertise als eingespieltes Team verlassen. Oder kurz gesagt: Ja, das mag eine Herausforderung gewesen sein, aber eine, der wir gemeinsam gerne und erfolgreich begegnet sind. Wie geht OBI hierzulande mit den enormen Kosten um, die stationäre Baumärkte generell bedeuten? Sgundek: Die aktuelle wirtschaftliche Gesamtlage ist nicht speziell für OBI, sondern für alle Händler und letztlich jedes Unternehmen auch in Österreich eine große Herausforderung. Und unsere Aufgabe lautet: den steigenden Kosten mit cleveren und nachhaltigen Maßnahmen zu begegnen. Was heißt das konkret? Sgundek: Was das Thema Energie angeht, machen wir selbst nichts anderes als das, was wir im Rahmen unserer Beratungsleistungen und Produktvorschläge auch unseren Kundinnen und Kunden empfehlen: Wir ziehen alle energierelevanten Register, um unseren Verbrauch zu reduzieren und damit die gestiegenen Kosten zu kompensieren. So haben wir etwa damit begonnen, Photovoltaikanlagen auf die Dächer unserer Märkte zu bauen, wir haben die Marktbeleuchtung auf LED umgerüstet und setzen auf smarte Licht- beziehungsweise Energiesteuerung. Und was ist mit den Personalkosten? Sgundek: Was unsere Personalplanung angeht, setzen wir unverändert auf eine starke Beratungskompetenz auf der Fläche, fokussieren aber ebenso unsere digitalen Beratungsangebote zur Vorbereitung und Begleitung eines jeden Einkaufs oder Projekts. Schlechtes Wetter, Inflation & Co: In Deutschland verlief 2023 für Ihre Branche mau. Wird der Jahresrückblick für Österreich per Jahresultimo besser ausfallen? Sgundek: Auch in Österreich hatten wir wettertechnisch kein tolles Frühjahr: Es war zu kalt und zu nass, sodass wir konsequenterweise in den saisonalen Sortimenten hinter Plan lagen. Insgesamt lief 2023 in Österreich aber zufriedenstellend, da wir hier eine weniger stark ausgeprägte Konsumzurückhaltung erleben. Somit wird 2023 kein großartiges Jahr, aber wir sind mit dem zu erwartenden Ergebnis im Plan. Vor allem, weil wir uns besser als der Markt entwickeln. Sie scheinen bei den Marketingaktivitäten wie beim Wiener Donauinselfest junge Kunden im Fokus zu haben. Vergessen Sie gerade die Älteren? Sgundek: Der Eindruck, dass wir uns in Österreich betont stark auf junge Zielgruppen fokussieren, täuscht: OBI ist auch hierzulande eine Volks- und Familienmarke. Wir haben somit alle im Blick. 870 Millionen Euro Umsatz erzielte OBI 2022 in Österreich. Mike Sgundek ist seit 2017 in der Systemzentrale in Österreich an Bord. Seit knapp anderthalb Jahren ist er General Manager. OBI ist Teil der deutschen Tengelmann-Gruppe und zählt mit rund 650 Baumärkten zu den größten Do-it-yourself-Marken in Europa. INTERVIEW. OBI-Österreich-Chef Mike Sgundek über die aktuell schwierige Lage im Handel, die Herausforderung im Marketing, junge Zielgruppen zum Heimwerken zu animieren, die Einbindung von Fachbetrieben in das Baumarktangebot und die Strategie, mit Franchising das Filialwachstum voranzutreiben. INTERVIEW: Melanie Aprin „Entwickeln uns besser als der Markt“ Baumärkte Anzahl Vkfl. in m2 Bauhaus 20 198.750 BayWa Vorarlberg 4 13.500 Hagebau 43 162.778 Hellweg Baufreund 7 33.700 Hornbach 14 172.712 Let’s do it 16 24.178 Lieb Markt 6 37.300 Obi 79 558.331 Quester 16 31.250 Thomas Philipps (in Expansion) 3 10.000 Würth-Hochenburger 13 41.900 Gesamt 224 1.284.399 QUELLE: STANOERT+MARKT, 2022 BAUMÄRKTE IN ÖSTERREICH Ô
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