Chefinfo Magazin 9-23

WIRTSCHAFT WIRTSCHAFT INTERVIEW. Patrick Moser, verantwortlich für die Mineralwassersparte von Starzinger, zu den Themen: Was macht eigentlich Wasser zu Mineralwasser? Kann jeder Wasser vermarkten und kann sich Österreich selbst versorgen? INTERVIEW: Jürgen Philipp CHEFINFO: Wem gehören eigentlich Mineralwasserquellen? Kann jeder, der eine Quelle auf seinem Grundstück findet, Mineralwasser abfüllen? Patrick Moser: Im Prinzip kann man auf jedem Grundstück in Österreich eine Tiefenbohrung vornehmen. Findet man eine Quelle, kann man beim Ministerium um eine Genehmigung zur Produktion ansuchen. Eine Quelle braucht konkrete Eigenschaften, die sie als Mineralwasser auszeichnet. Diese sind im Codex Alimentarius festgeschrieben. Mineralwasser muss etwa von ursprünglicher Reinheit sein. Egal was auf der Oberfläche passiert, es darf die Qualität des Wassers nicht beeinflussen. Reines Mineralwasser darf auch nicht bearbeitet werden, etwa mit UV-Licht. Es stellt die höchste Stufe von Trinkwasser dar. Damit sind die meisten Brunnen per se ausgeschlossen. Bei Starzinger produzieren wir an drei Standorten. Die Quelle in Frankenmarkt ist in unserem Eigentum, also auf unserem Grundstück. Die Juvina-Quelle gehört der Gemeinde Deutschkreuz, Long Life der Kurstadt Bad Radkersburg. Wir haben dafür ein verbrieftes Nutzungsrecht und bezahlen dafür eine Nutzungsgebühr. Übrigens muss auf jeder Flasche die Quelle klar ersichtlich sein. Es ist festgelegt, dass am Hauptsichtfeld der Flasche der Name der Quelle 1,5-mal so groß draufstehen muss wie der Markenname. Eine Ausnahme ist etwa Juvina, weil die Quelle eben Juvina heißt. Sind eigentlich Sodastream und andere Wassersprudler eine ernstzunehmende Konkurrenz? Moser: Ja, das ist eine Konkurrenz und ein Stück weit ein Substitut unserer Artikel. Das kostet uns seit mehreren Jahren Absatz, und das muss man so hinnehmen, doch es liegt an uns, den Konsumenten von den Vorteilen des Mineralwassers zu überzeugen. Es ist von ursprünglicher Reinheit und mikrobakteriell absolut sauber. Bei den Sprudlern habe ich das Thema der Verunreinigung. Die Qualität von Leitungswasser in Österreich ist zwar top, doch es wandert durch Leitungen und Filter. Das sind also zwei verschiedene Qualitäten. Wasserknappheit wird zu einem globalen Problem. Können wir uns in Österreich selbst versorgen bzw. wenn ja, wie sieht es mit dem Export aus? Moser: Wir können uns in Österreich locker selbst versorgen. Es sind fast alle Betriebe in heimischer Hand. Es geht leider nicht viel in den Export. Wir haben es versäumt, uns so zu vermarkten wie die Franzosen oder die Italiener. Wenn Sie in China sitzen, kann es sein, dass Sie ein San Pellegrino bekommen. Wir exportieren viel mehr heimisches Wasser in Form von Bier oder Energydrinks. Ich sehe auf vielen Lebensmittelmessen, dass österreichische Produkte wegen ihrer Naturbelassenheit gekauft werden, und da könnten wir punkten. Umgekehrt spielt Mineralwasser aus dem Ausland bei uns keine so große Rolle. Österreicher kaufen eher patriotisch, ja sogar lokalpatriotisch. Wir haben eine emotionale Bindung zu unserem Wasser. International gesehen gibt es natürlich Konzentrationsprozesse, doch die gibt es in der Wirtschaft allgemein. In Österreich käme aber keiner auf die Idee, den Leuten das Wasser abzusaugen, wie es das in den USA oder Mexiko gibt. Wir sind da in ganz anderen wasserführenden Schichten. „Österreich kann sich locker selbst versorgen“ Die Eigenschaften von Mineralwasser sind im Codex Alimentarius exakt festgeschrieben, wie Patrick Moser erklärt. n FOTO: © STARZINGER Wenn Sie in China sitzen, kann es sein, dass Sie ein San Pellegrino bekommen. Wir exportieren viel mehr heimisches Wasser in Form von Bier oder Energydrinks. Patrick Moser Prokurist Starzinger 42 | CHEFINFO | 9/2023 MEISTER ALUMNI CLUB: Neue Initiative der österreichischen Wirtschaftskammern bringt Sichtbarkeit und Anerkennung für Meister:innen und Befähigte. Den Zusammenhalt der Meisterinnen, Meister & Befähigten in Österreich branchenübergreifend stärken und den höchstqualifizierten Berufsprofis durch ein neues, exklusives Netzwerk zu noch größerer gesellschaftlicher Anerkennung verhelfen: Das hat sich der Meister Alumni Club (MAC) zum Ziel gesetzt. „Der Meister Alumni Club steht für ein branchenübergreifendes Netzwerk, für die wichtige Anerkennung des qualifizierten Unternehmertums, die Weiterbildung im dualen Ausbildungssystem und ein Wirgefühl aller Meister:innen & Befähigten!“, so Mst. Michael Pecherstorfer, Spartenobmann in der WKOÖ. Mit dem Meister Alumni Club wird das qualifizierte Unternehmertum in Österreich gefördert. Damit stärkt das Netzwerk die Anerkennung von Handwerk und Gewerbe in Gesellschaft und Politik. Starke Gemeinschaft Der Stellenwert und die Sichtbarkeit der beruflichen Bildung, des qualifizierten Gewerbezugangs und der qualifizierten Selbstständigkeit werden mit diesem Netzwerk erhöht und die Karriere-Perspektive „Meister:in“ oder „Befähigte:r“ wird für Lehrlinge und Schüler:innen sichtbar gemacht. Der Club wird potenzielle Übergeber:innen und Übernehmer:innen von Unternehmen vernetzen, den generationsübergreifenden Austausch von Erfahrungen, Werten und Ideen ermöglichen und ein branchenübergreifendes Gemeinschaftsgefühl schaffen. Die Mitgliedschaft im Meister Alumni Club ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt direkt auf www.meisteralumni.at. Netzwerk für Österreichs Berufs- profis in Handwerk und Gewerbe ANZEIGE FOTO: WKOÖ Spartenobmann Mst. Michael Pecherstorfer 9/2023 | CHEFINFO | 43 Der Flughafen Linz ist nach Schwechat der zweitgrößte Frachtflughafen Österreichs. Nun soll auch für den Personenflugverkehr der „Restart“ kommen, wie Norbert Draskovits, Geschäftsführer des Linz Airports, es nennt. Die Fluggesellschaft Sky Alps aus Bozen hat unlängst die Flugverbindung Linz–Düsseldorf angekündigt. Mit Beginn des Winterflugplans werden wieder dreimal wöchentlich Regionalflugzeuge zwischen den beiden Städten fliegen. Eine Maschine bietet Platz für 76 Passagiere. Geschäftsbeziehungen im Höhenflug Vor allem für Geschäftsreisende soll diese Strecke interessant sein. Da sind sich Josef Gostner, Präsident von Sky Alps, und Martin Hajart, Vizebürgermeister von Linz, einig. Aber auch das touristische Potenzial wurde von Hajart betont. Damit stellt sich nur noch die Frage, ob Flugstrecken, die auch mit dem Zug in zumutbarer Zeit zurückgelegt werden können, nicht aus der Zeit gefallen sind. Gostner wies auf jeden Fall bewusst auf die Vorteile der eingesetzten Propellerflugzeuge hin: „Sie verursachen bis zu 50 Prozent weniger Emissionen und weniger Lärm als andere Regionaljets.“ n Auferstehung des Airport Linz LUFTFAHRT. Eine weitere Flugverbindung bringt frischen Wind für den Flughafen in Hörsching. TEXT: Michael Schwarz FOTOS: LUCA ZUCCOLO / ZULUPICTURES Entgegen der Wahrscheinlichkeit: Sky Alps wurde 2020 während der Pandemie gegründet.

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