WIRTSCHAFT WIRTSCHAFT 9/2023 | CHEFINFO | 29 28 | CHEFINFO | 9/2023 FOTOS: © HERTHA HURNAUS, IDSA Das IDSA (Institute of Digital Sciences Austria) ist nicht an das Universitäts-Gesetz gebunden und hat daher viel mehr Freiheiten, die Stefanie Lindstaedt nutzen möchte. Falls Platz Foto Science Park: Die IDSA bleibt vorerst im Sciencepark der JKu angesiedelt. IDSA. Wie hat sich IDSA-Gründungspräsidentin Stefanie Lindstaedt in Linz eingelebt, wie findet man Lehrpersonal, was steht am Lehrplan und warum Spaß am Lernen ein zentraler Faktor der neuen „Digitaluni“ sein wird, verrät sie im ausführlichen Interview. INTERVIEW: Jürgen Philipp „Wir befinden uns im Startup-Modus“ CHEFINFO: Was hat Sie an der Aufgabe gereizt bzw. was war Ihre Motivation, sich in Linz zu bewerben? Stefanie Lindstaedt: Für diese Position sind Kompetenzen notwendig, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe. Es war wie eine Subsumierung von dem, in dem ich gut bin und was mir Spaß macht. Forschung und technologiegestütztes Lernen ist der wichtigste Aspekt der neuen Universität. Wir beschäftigen uns mit digitaler Transformation in engem Kontakt zu Unternehmen und unterstützen Firmen bei der digitalen Transformation. Das IDSA bekommt einen neuen Namen. Wie wird es künftig heißen? Lindstaedt: Aktuell sind wir mitten in einem Branding- bzw. Namensfindungsprozess. Das Ergebnis werden wir am 27.11. verkünden. Sie sind nun von Graz nach Linz übersiedelt. Wie haben Sie sich eingelebt? Lindstaedt: Ich wohne schon seit etwa vier Monaten in Linz. Die erste Zeit in einer WG mit drei Studentinnen. Das war sehr beflügelnd, weil ich hautnah erlebt habe, wer unsere Zielgruppe ist. Da gab es zahlreiche hochinteressante Gespräche. Mittlerweile habe ich meine eigene Wohnung bezogen. In Ihrer Zeit als Institutsvorständin am Institute of Interactive Systems and Data Science an der TU Graz haben Sie sich mit der Art der Wissensvermittlung auseinandergesetzt. In nur wenigen Monaten veränderte KI den Zugang zu Wissen. Wird sich das auf die Art des Lernens am IDSA auswirken bzw. wird das IDSA neue Wege der Didaktik beschreiten? Lindstaedt: Ja, wir haben vor, möglichst ganz vom Frontalunterricht wegzukommen. Unsere „Method of Choice“ ist projektorientiertes Lernen. Unsere Studierenden sollen alles in Projekten lernen, Wissen, das sofort angewendet wird. Sie sollen sich anhand eines Ziels in die Technologie und Thematik einarbeiten. Es gibt genug Forschung zu dieser Art des Lernens. Auf diese Weise, der praktischen Beschäftigung mit der Thematik, bleibt das Wissen auch im Kopf und macht Spaß. Gewisse Dinge werden online entweder vor- oder nachbereitet, das schafft viel Zeit. Wenn ich Vorlesungen halte, ist das die wertvollste Zeit, die ich mit den Studierenden verbringe. Ich stehe vorne und die Studierenden sitzen in den Reihen. Wir wollen hinkünftig Projekte in kleinen Räumen in Teams stattfinden lassen. Die Projekte selbst werden technisch unterstützt. Wir bauen dazu verschiedene Labs auf. Wenn wir beispielsweise Programmierung unterrichten, dann soll das gleich z. B. an Robotern stattfinden. Wissen zum Anfassen. Auch Themen wie Augmented Reality soll man sofort selbst ausprobieren können. Durch die Anwendung bringen wir den Studierenden etwas bei und sie können die Technologie gleich einsetzen, für welches Projektziel auch immer. Sie haben selbst in einem Startup (Global Sight) in den USA gearbeitet, kennen diesen Geist. Die heimische Startup-Szene ist durchaus stark. Welchen Impact könnte das IDSA auf die Gründerszene haben und welchen Stellenwert nehmen dabei Spin-offs ein? Österreich hinkt da doch noch hinterher. Stefanie Lindstaedt arbeitete selbst in einem Startup in Colorado. Sie will das IDSA zu einer Plattform für Startups und Spin-offs machen und für Investoren öffnen. Stefanie Lindstaedt Gründungspräsidentin IDSA Wir haben eine coole Anziehungskraft … Das ermöglicht vielen, gestalterisch tätig zu sein und Größeres mitzudenken. Ô
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