„Zuerst die Arbeit, dann das Spiel, gilt nicht mehr“ Aktuell arbeitet sie das erste Mal als Produzentin für die Doku „Stand your Ground“. „Ich kümmere mich um das Rundherum, die Kommunikation, Vermarktung, Sponsoren und Finanzierung.“ „Stand your Ground“ beleuchtet den Frauenfußball am Beispiel der Spielgemeinschaft Union Kleinmünchen/ Blauweiß-Linz. Finanziert wird er über Sponsoring und einer Crowdfundingkampagne und soll nächstes Jahr auf internationalen Festivals laufen. „Dokus sind meine Leidenschaft. Das Ziel von ,Stand your Ground‘ ist es, dass der Film von so vielen Menschen wie möglich gesehen wird.“ Ziele, die sie sich auch als Unternehmerin setzt: „Ich stecke mir für jedes Jahr ein Umsatz- und ein projektbezogenes Ziel. Langfristig ist es mein Plan, meine Projekte regulär ins Kino zu bringen.“ Auch wenn sie meist hinter der Kamera steht, hat sie ihre Hauptrolle als Unternehmerin gefunden. „Bei allem, was man tut, unterscheidet sich die Arbeit komplett zu vorher. Zuerst die Arbeit, dann das Spiel, gilt nicht mehr.“ Fehlinformation zum „Haareraufen“ Nur rund 27 Kilometer von Daniela Six’ Büro in der Linzer Grillparzerstraße, wieder donauaufwärts, liegt Aschach. Ähnlich malerisch wie Grein und ähnlich sagenumwoben – angeblich ließ Dr. Faustus vom Teufel in Aschach eine Bowlingbahn auf der Donau errichten. Und es gibt auch ein bisschen Ähnlichkeit mit der Gründungsstory des verhinderten Bierbrauers Philipp Schreyer bei jener von Tanja Steiner, die direkt bei der Aschacher Kirche ihren Barberellas Barbershop betreibt. Die heute 25-Jährige musste ebenso Umwege gehen, bis sie sich ihren Traum erfüllen konnte. Trotz bester Vorbereitung bekam sie eine Fehlinformation. Sie müsse den Friseurmeister nachholen, und zwar für Damen und Herren, obwohl sie sich als Barbershop-Inhaberin ausschließlich auf Herren konzentriert. Ein Umweg, der sie viel Geld und Zeit kostete, wie sie im Interview verrät, und mit einer eingeschränkten Gewerbeberechtigung endete – sprich: nicht nötig gewesen wäre. 2019 kam sie in ein Gründungsprogramm, 2020 fand sie in einem ehemaligen Blumenladen in Aschach ihren heutigen Firmensitz auf willhaben. „Es war das Erste, was ich mir angesehen habe, und es hat sofort gepasst.“ Im Juni 2020 – inmitten von Corona – unterschrieb sie den Pachtvertrag. Und eben jene Pandemie sollte ihr und dem ganzen Gewerbe zu schaffen machen. Die Kosten liefen, Hilfen waren für die Jungunternehmerin kaum gegeben, also hielt sie sich mit mobilem Friseurservice über Wasser. „Die Regeln haben sich für uns fast ständig geändert.“ Was blieb, waren die laufenden Kosten und die nötigen Investitionen in die Einrichtung ihres Ladens. Sie musste improvisieren und hatte Glück. „Ein Bekannter von mir hat einen alten Stadel abgerissen und ich konnte das Holz verwenden. Der Shop ist also mit 150 Jahre altem Holz verkleidet. Dazu gab er mir einen alten Schlitten mit, der nun als Garderobe dient.“ Barberella: Alles Scheitel Wonne Ende gut, alles gut? „Ja“, meint die Feldkirchnerin, die sich wünscht, dass alles so bleibt, wie es aktuell läuft. „Ich möchte ein gutes Leben leben. Mir geht es nicht darum, reich zu werden, sondern Spaß daran zu haben, mich weiterzubilden und vor allem, die Kunden zufriedenzustellen.“ Friseure gelten als glücklichster Beruf, weil man Menschen viel Freude bereiten kann. „Vor Kurzem hatte ich einen Kunden, der meinte: Es hat 43 Jahre lang gedauert, bis jemand meine Haare so schneidet, wie ich es will. Von solchen Komplimenten zehrt man lange.“ Mittlerweile hat sie fast 90 Prozent Stammkunden. „Dass so viele wiederkommen, ist das allergrößte Kompliment für meine Arbeit.“ 22 | CHEFINFO | 9/2023 COVERSTORY 37 Jahre sind Gründer im Schnitt, vor einigen Jahren lag das Durchschnittsalter noch bei 39. Ô CHEFINFO: Wie kommt man auf die Idee, ein nachhaltiges Katzenhaus zu bauen? David Bader-Egger: Das ist ganz einfach entstanden. Immer wenn meine Freundin etwas online bestellt hat und die Packerl kamen, haben es sich unsere Katzen auf oder im Karton gemütlich gemacht. Katzen lieben Karton. Meine Freundin fand das super, nur sieht halt ein Karton nicht besonders gut aus. Also baute ich eine Art Katzenburg im Ritterstil. So wurde das Projekt immer konkreter. Im April 2023 haben wir dann unsere GmbH gegründet. Eine GmbH bot sich an, weil wir drei Gründer sind und sie besser schützt bzw. das Risiko begrenzt. Da das nicht meine erste Gründung ist – ich hatte bereits mit 18 Jahren eine Firma –, wusste ich, was auf uns zukommt. Sie gründeten schon mit 18 ein Unternehmen, hatten also schon Erfahrung. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Hürden beim Gründen? Bader-Egger: Beim ersten Mal musste ich mir einen Überblick verschaffen. Es gibt viele verschiedene Stellen, zu denen man gehen muss. Man stolpert von einer Info zur nächsten, bis man alles beisammenhat. Das ist ein Punkt, wo schon viele aufgeben. Gründen hat aber in erster Linie mit Mindset zu tun. Man gründet nicht einfach eine Firma und ist dann schlagartig erfolgreich. Am Anfang gibt es fast nur Kosten und hohen bürokratischen Aufwand. Die größte Hürde liegt für mich aber im Schulsystem. Wir bilden fleißige Arbeitskräfte aus, die nicht viel nachfragen. Das Unternehmer-Mindset muss man sich hingegen selbst beibringen. Bei mir begann das, als mir mein Vater das Buch „Tour des Lebens“ von Lance Armstrong zu lesen gab. Da kam ich drauf: Es gibt mehr. In der Schule wird das nicht vermittelt, da heißt es: Schreib gute Noten, dann hast du auch einen guten Job. Wenn man schon in der Schule hört: Ihr könnt auch Unternehmer werden, und man ein wenig darauf vorbereitet wird, wäre die größte Hürde beseitigt. Natürlich gibt es auch die Bürokratie, aber die hat ja auch eine gewisse Berechtigung. Wie kommen Sie zu Kunden? Die Kundenakquise gilt als eine der größten Challenges von jungen Unternehmen. Bader-Egger: Mit organischem Wachstum geht bei einem Onlineshop heute nichts mehr. Wir haben einige Petfluencer engagiert, das brachte aber nicht viel. Die meisten Kunden bekamen wir über bezahlte Werbung bei Google oder Meta. Da fließt viel Geld hinein. Wir bekamen aber eine Internationalisierungs-Förderung des Landes Oberösterreich und der WKO. Diese ist daran gebunden, dass man in einen neuen Markt, ein neues Land, investiert. Wir gaben 15.000 Euro für den deutschen Markt aus und bekamen die Hälfte wieder zurück. Gibt es ein konkretes Ziel für DoPetMe? Bader-Egger: Wir wollen auf jeden Fall im ersten Quartal 2024 bereits 250.000 Euro Umsatz schaffen. Der Haustiermarkt ist riesig. Wir sind sicher, dass wir das schaffen, denn wir haben zwei sehr erfahrene Handelsvertreter im Boot, die unsere Produkte in den stationären Handel bringen. Dazu suchen wir immer Kooperationen, etwa mit einem Tierpharmaunternehmen. DOPETME. Ein Dreiergespann will mit nachhaltigen Katzenhäusern den Haustiermarkt erobern und etwas für den Tierschutz tun. Katzenjammer bei der Gründung gab es nicht, sondern stets ein klares Ziel. 9/2023 | CHEFINFO | 23 FOTOS: DOPETME Die größte Hürde liegt für mich im Schulsystem. Wir bilden fleißige Arbeitskräfte aus, die nicht viel nachfragen. David Bader-Egger Geschäftsführer DoPetMe „Unternehmer-Mindset muss man sich selbst beibringen“ DoPetMe-Co-Founder David Bader-Egger gründete mit 18 sein erstes Unternehmen. Mit seinem Buch „Es liegt an dir“ bringt er Gründergeist auf den Punkt. David Bader-Egger, Teresa Stockinger und Marco Benhammadi verbinden mit DoPetMe Nachhaltigkeit und Tierschutz. Es ist nicht meine Welt, 40 Jahre lang in einem Job zu sein und sich 40 Jahre darüber zu beschweren. Ich will Selbstbestimmung statt Jammern. David Bader-Egger Geschäftsführer DoPetMe
RkJQdWJsaXNoZXIy NzkxMTU1