106 | CHEFINFO | 9/2023 FOTOS:FOTOS: LICHTSPIELER, FLORIAN NEUMÜLLER LIFESTYLE Würden Sie zustimmen, wenn Sie aufgrund Ihres künstlerischen Schaffens als Grenzgänger bezeichnet werden, oder wäre das ein grobes Missverständnis Ihrer Arbeit? Hutter: Jeder kreative Mensch ist irgendwo ein Grenzgänger. Ich würde mich als einen genauen und kritischen Beobachter bezeichnen, der so manche Grenze aufbricht. Sie malen Orte, Landschaften, Menschen, Natur und Bühnenbilder. Wie nähern Sie sich bei Ihrer Arbeit den Motiven oder sind es eher Kopfgeburten, die nach außen drängen und deren Inspiration aus Ihrem Inneren kommt? Hutter: Am Anfang stand für mich die Fotografie, also Bilder, die ich anschließend mit Pastellkreide überarbeitet habe. Mit der Zeit entstanden dann meine Bilder im Kopf und es kamen die mental-realistischen Ideen verstärkt zum Vorschein. Wie geheimnisvoll ist Ihre Technik tatsächlich und haben Sie Zugang zu einer anderen Gedankenebene als „Normalsterbliche“? Hutter: Meine Maltechnik habe ich im Laufe meiner grafischen Arbeit entwickelt und so das Handwerkliche mit dem Geistigen verbunden. Dieser Zustand von Seele, Geist und Realität entfernte mich von emotionaler Abstraktion und lässt Bilder entstehen. Ich habe dabei viel Unterschiedliches ausprobiert, um so zu meiner Stilrichtung zu gelangen. Freies Denken und freies Gestalten haben dabei oberste Priorität meiner neu titulierten Kunstrichtung, dem „Mental-Realismus“. Können Sie uns diesen „Mental-Realismus“ etwas genauer erklären? Hutter: Die Kraft meiner Gedanken soll in Form von kritischen und teilweise polarisierenden Werken zum Nachdenken bewegen, ohne dabei böse zu sein. Meine mental-realistische Kreativität soll die Zeit, in der wir leben, Fehler begehen, aber auch viel Positives bewegen, in künstlerischer Form dokumentieren. Nicht fremde Mächte dürfen unseren Geist lenken, sondern wir selbst sollten die Kraft für eigene Gedanken entwickeln und unser Tun danach ausrichten. Meine freie und emotionale Linienführung soll zeigen, wie man den nicht erforderlichen Perfektionismus, der leider immer mehr in den Vordergrund drängt, in die Schranken weisen kann. Was stört Sie am Perfektionismus? Hutter: Perfektionismus zerstört jegliche Kreativität. Würden alle Menschen perfekt sein, wäre das Leben trostlos und uninteressant. Wie geht es Ihnen dabei, wenn Sie von Auftraggebern als Grafiker und Werbemann, wie Sie sich selbst bezeichnen, für Aufträge gebucht sind? Wie viel Freiheit muss da verkauft werden und wie schaffen Sie diesen Spagat? Hutter: Ich bin und war immer ein Mensch mit hoher Flexibilität. Daher kann ich Job und meine künstlerische „Freizeit“ sehr gut trennen. n ZUR PERSON Mario Hutter (64) Seit mehr als 20 Jahren bringt der Künstler und gelernte Werbegrafiker seine Gedanken als mentalrealistische Bilder in seinem Atelier in Marchtrenk auf die Leinwand. Die Bilder widerspiegeln sein Lebensmotto: „Man muss die Dinge spüren, um sie auch zu sehen.“ Das aktuelle Kunstbuch von Mario Hutter gibt einen Gesamtüberblick seiner Werke, Zeichnungen und Ideen der letzten Jahre sowie zum Nachdenken anregende Gedanken. liferadio.at täglich bei 233.333 HörerInnen* MIT DER N°1KOMMEN SIE BESSER AN Die digitale Welt wird immer komplexer und unübersichtlicher. Wussten Sie, dass sich in diesem Wirrwarr ein Medium nicht nur behaupten konnte, sondern zugelegt hat? Dieses Medium heißt Radio. Um genau zu sein: Life Radio. Mit 233.333 HörerInnen* sind wir die N° 1 in Oberösterreich. Das verschafft Ihrer Marke heute mehr Aufmerksamkeit denn je. Steigen Sie ein bei der N° 1. Unsere Audiospezialisten bringen Sie erfolgreich an Ihr Werbeziel. Wer richtig kommuniziert, gewinnt. *Quelle: RT 2023_02: Sendegebiet, 10+, Mo-Fr
RkJQdWJsaXNoZXIy NzkxMTU1